Stoffwechselerkrankungen

Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck, Gicht, Rheuma, Osteoporose

Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck gelten als zentrale Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die in den westlichen Industrieländern etwa die Hälfte der Todesfälle verursachen. Neben den genetischen Faktoren beeinflusst der Lebensstil in Form von Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung die Stoffwechselabläufe im Körper. Gesunde Ernährung ist keine Diät des Verzichtes sondern die wohltuende Zusammenstellung eines genussreichen Speiseplans.

Bei einer Vielzahl von Organ- oder Stoffwechselerkrankungen kann mit gezielter Ernährung die Stoffwechsellage stabilisiert oder verbessert werden. Auf diese Weise können Sie selber die weiteren ärztlichen Therapien deutlich unterstützen, was häufig zu einem höheren Wohlbefinden und einem geringeren Bedarf an Medikamenten führt.

 

Deine Nahrung sei dein Heilmittel,
dein Heilmittel sei deine Nahrung.
Hippokrates

 

Fettstoffwechselstörung

Bei Vorliegen einer Fettstoffwechselstörung können die Blutfettwerte durch geeignete Ernährung sehr effektiv beeinflusst werden. Durch angemessene körperliche Alltagsaktivität und eine nachhaltige moderate Gewichtsreduktion verändern Sie Ihr Fettsäureprofil.

Gemeinsam erarbeiten wir einen Ernährungsplan, bei dem Ihre Vorlieben nicht zu kurz kommen, der aber das Hauptgewicht auf eine das Herz-Kreislauf-System unterstützende Ernährung legt. Erhöhte Blutfettwerte tun zunächst nicht weh. Sie begünstigen aber Ablagerungen in den Gefäßwänden, die schließlich zu Gefäßverschlüssen führen können. Als Folge davon können dann plötzlich Angina pectoris, Schlaganfall, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen in den Beinen auftreten. Rechtzeitig den Lebens- und Ernährungsstil umzustellen lohnt sich.

Blutfettwerte im Überblick (allgemein)

normal

grenzwertig

bedenklich

Gesamtcholesterin

< 200

200 – 240

> 240

LDL-Cholesterin

< 150

150 – 190

> 190

HDL-Cholesterin

> 50

35 – 50

< 35

Triglyceride

< 150

150 - 200

> 200

Angaben in mg/dl Blut

Quelle: Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz, Klink Hohenfreudenstadt

 

Bluthochdruck

Der ideale Blutdruck liegt nach Angaben der Hochdruckliga bei 120/80 mmHg. Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn der Druck in den Arterien dauerhaft auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und einen diastolischen Wert von über 90 mmHg gesteigert ist. Die Entscheidung, ob der Blutdruck behandlungsbedürftig ist oder nicht, hängt nicht nur von der Druckhöhe ab, sondern vom Gesamtrisiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bei den meisten Hypertonikern ist der Bluthochdruck genetisch (familiär) bedingt. Durch entsprechende Lebensstilfaktoren wird der dauerhafte Anstieg des Blutdrucks ausgelöst oder verstärkt.

Eine Änderung des Lebensstils kann den Blutdruck wieder senken bzw. die notwendige Medikamenteneinnahme reduzieren.
Zu den Lebensstilfaktoren, die den Blutdruck positiv beeinflussen zählen:

  • Stressmanagement
  • Übergewicht abbauen
  • Regelmäßige körperliche Aktivität, vorzugsweise Ausdauertraining
  • Kein oder nur wenig Alkohol
  • Maßvoller Kaffeekonsum (max. 4 Tassen täglich)
  • Etwa ein Drittel der Hypertoniker reagiert auf eine Reduzierung der Kochsalzzufuhr
    (max. 6 g täglich, einschließlich des Salzes in Fertigprodukten)

 

Gicht

Bei Gicht handelt es sich um eine Störung des Purinstoffwechsels, bei der es infolge hoher Harnsäurekonzentrationen im Blut zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Gelenken und Geweben kommt, die sehr schmerzhaft sind. Gicht zählt zu den typischen Wohlstandskrankheiten. Die Ernährung spielt bei der Entstehung und Behandlung von Gicht eine große Rolle. Durch die Beachtung entsprechender Ernährungsempfehlung und Umstellung des Ernährungsstils können Sie das Auftreten von weiteren Gichtanfällen deutlich reduzieren.

Kernpunkte bei der Behandlung von Gicht sind:

  • Eine Kost mit bewusstem Umgang mit Harnsäure bildenden Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Wurst, Innereien, Hülsenfrüchte)
  • Kein oder nur sehr wenig Alkohol
  • Normalisierung des Körpergewichtes
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2l täglich)
  • Vermeidung von Exzessen, üppigen Feierlichkeiten und extremen Fastenkuren.

 

Rheuma

Der Begriff „Rheuma“ umfasst eine Reihe von schmerzhaften und funktionsbeeinträchtigenden Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Durch eine entsprechende Diät kann die Bildung von Entzündungsfaktoren reduziert und eine Linderung erreicht werden.

Dazu stehen Ihnen folgende Einflussmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Modifikation der Fettzufuhr und Zusammensetzung durch:
    - Reduktion der Arachidonsäurezufuhr (Ausgangsubstanz für die Bildung der Entzündungsfaktoren) durch den Verzehr von weniger Fleisch und Wurst
    - Erhöhung der omega-3-Fettsäurezufuhr:
    mind. 2 x wöchentlich Fisch (Hering, Lachs, Makrele)
  • Vorwiegend vegetarische Ernährung
  • Bestehendes Übergewicht abbauen
  • Kein oder nur wenig Alkohol
  • Kein Nikotin.

 

Osteoporose

Als Osteoporose bezeichnet man den Abbau der Knochenmasse und –struktur, die mit einer erhöhten Frakturneigung einhergeht.
Symptome können sein: Knochenschmerzen besonders im Rücken, gesteigerte Neigung zu Knochenbrüchen ohne erkennbaren Grund, Zusammensinken der Wirbelkörper.

Für den Aufbau von Knochensubstanz sind eine ausreichende Calcium- und Vitamin D-Zufuhr sowie körperliche Bewegung notwendig. Durch Mangelernährung, Untergewicht, veränderter Hormonstatus (nach Menopause) und verstärkte Calciumausscheidung (Schilddrüsenüberfunktion, Medikamente) kann eine Osteoporose begünstigt werden. Über die Ernährung wird für eine ausreichende Versorgung mit Calcium aus verschiedenen Lebensmittelquellen gesorgt. Vitamin D nehmen wir vorwiegend über tierische Lebensmittel auf und unterstützen die Eigensynthese in der Haut durch den Aufenthalt an der frischen Luft (Sonneneinstrahlung). Durch körperliche Aktivität werden die Knochenaufbauzellen stimuliert und die Knochenabbauzellen gehemmt.

Empfohlene Zufuhr pro Tag (D-A-C-H-Referenzwerte)

Calcium

4  - 7 Jahre

700 mg

 

7 – 10 Jahre

900 mg

 

13 – 19 Jahre

1200 mg

 

Über 20 Jahre

1000 mg

 

 

 

Vitamin D (Calciferole)

Bis 1 Jahr

10 g

 

Kinder, Erwachsene

5 g

 

Über 65 Jahre

10 g

 

Mein Angebot

Individuelle Beratung

Für die grundlegende Information zur geeigneten Ernährung bei Stoffwechselerkrankungen und zur Begleitung der ersten Schritte, um die Ernährungsempfehlungen wirksam umzusetzen sind erfahrungsgemäß 3-5 Beratungseinheiten notwendig.

Ich arbeite mit Ihrem Arzt zusammen.
Ihr Arzt kann Ernährungsberatung zur Unterstützung der Therapie empfehlen.
Da die Kosten für Ernährungsberatung privat abgerechnet werden, wird empfohlen wegen einer möglichen Kostenerstattung bereits im Vorfeld mit der Krankenkasse Kontakt aufzunehmen.